Liebe Bürgerinnen und Bürger unserer schönen Stadt Lohr am Main,
gerne möchte ich Sie auf einen kleinen virtuellen Spaziergang durch unsere Stadt mitnehmen – einen Spaziergang, bei dem ich Ihnen meine Ideen, Gedanken und Visionen für Lohr näherbringen möchte.
Vorweg ist mir dabei eines wichtig: Es ist nicht mein Stil, über andere zu schimpfen oder zu urteilen. Ich glaube nicht daran, dass man Menschen überzeugt, indem man aufzeigt, was andere vermeintlich falsch machen.
Ich sage immer: Man entscheidet sich auch nicht für ein Restaurant, weil man das andere schlechtgeredet hat – sondern, weil einen das eigene Angebot überzeugt.
Genau so verstehe ich auch Politik. Ich möchte nicht erklären, was andere falsch machen, sondern zeigen, was ich für Lohr richtig machen möchte.
Ich möchte für meine Ideen werben, für meine Überzeugung und für ein Lohr, das lebenswert, modern und menschlich bleibt.
Und um das greifbar zu machen, nehme ich Sie jetzt mit – auf einen kleinen Spaziergang durch unser Lohr. Für meine Überzeugung, und für ein Lohr, das lebenswert, modern und menschlich bleibt.
Und um euch das zu zeigen, nehm ich euch mit – auf einen kleinen Spaziergang durch unser Lohr.
Es ist ein Mittwochmorgen. Ich steh auf, mach mir meine erste Tasse Tee und geh raus auf den Balkon.
Die Sonne steigt langsam über den Hügeln auf, und ich schau in Richtung Stadt. Von hier oben kann ich sogar den alten Stadtbahnhof sehen.
Ich stell mir vor, wie direkt vor dem Straßenübergang eine barrierefreie Haltestelle liegt – und sehe, wie viele Menschen ein- und aussteigen, um die neue halbstündige S-Bahn-Verbindung nach Würzburg zu nutzen.
Das wäre ein echter Gewinn für Lohr. Und ich würde mich freuen, wenn wir es schaffen, den Bahnverkehr noch näher an die Bedürfnisse der Menschen zu bringen. Weil das zeigt: Wenn man dranbleibt, bewegt sich was.
Ich dreh mich nach rechts, und mein Blick fällt auf unseren Stadtwald – ein echtes Stück Heimat. Übrigens: der drittgrößte Stadtwald in ganz Bayern.
Seit 25 Jahren FSC-zertifiziert – das muss man erst mal schaffen! Und ich denk mir, wie dankbar wir sein können, dass unser Forst das mit so viel Leidenschaft und Weitsicht hinkriegt. Das ist nachhaltige Arbeit – nicht nur auf dem Papier, sondern draußen, zwischen den Bäumen, bei jedem Wetter.
Und wenn ich den Blick noch weiter schweifen lasse, seh ich in der Ferne die Spitzen des neuen Windparks LONERO. Und ich denk mir: Ja, auch das ist Lohr. Wir übernehmen Verantwortung – für Klima, Umwelt und unsere Zukunft. Wir sichern langfristig unseren Strom und schaffen gleichzeitig eine neue Einnahmequelle für unsere Stadt. Das ist Fortschritt mit gesundem Menschenverstand.
Dann mach ich mich auf den Weg Richtung Stadt – durch die Ludwigsstraße in Richtung Fußgängerzone. Schon auf dem Weg fällt mir auf, wie sich unser Stadtbild verändert hat.
Neue Fahrradparkplätze am Eingang der Stadt – gut überdacht, sicher zum Anketten. Das ist die Zukunft: Wer will, kommt mit dem Rad.
Und überall seh ich Zeichen, dass Lohr barrierefreier wird – gut sichtbare Markierungen, Handläufe mit Blindenschrift, und immer mehr E-Ladesäulen, die zeigen, dass wir in Sachen Mobilität dranbleiben.
Ich geh vorbei am Krankenhaus – oder besser gesagt: am alten Krankenhaus. Denn auf dem Lohrer Grundstück neben dem BKH entsteht gerade unser neues Klinikum – für aktuell rund 234 Millionen Euro. Eine Rieseninvestition in unsere Gesundheitsversorgung, die uns die medizinische Versorgung für Jahrzehnte sichert.
Und natürlich wird das alte Gebäude bald leer stehen. Da dürfen wir nicht lange zuschauen. Wir müssen schnell und klug entscheiden, wie wir dieses Areal sinnvoll nutzen: für Wohnraum, für Senioren, für junge Familien – vielleicht mit gemeinschaftlichen Angeboten oder Pflegeeinrichtungen. Ich möchte, dass da ein neuer Ort des Lebens entsteht, kein Ort des Stillstands.
Ein paar Minuten später steh ich vorm Rathaus. Ich muss dort noch etwas erledigen – und frag mich, wie das Rathaus der Zukunft aussieht.
Ich bin überzeugt: Wir müssen in Lohr digitaler werden – schneller, bürgernäher und serviceorientierter. Wir haben eine tüchtige und kompetente Verwaltung, aber wir müssen sie an der ein oder anderen Stelle personell noch verstärken. Denn wer gute Arbeit leistet, braucht auch gute Rahmenbedingungen.
Danach geht’s auf den Wochenmarkt – zum Einkaufen und natürlich zum Ratschen. Denn da trifft man immer jemanden, und die Gespräche dauern selten nur fünf Minuten.
Schnell geht’s ums Thema Innenstadt, um Einkaufen und Leerstand. Und ich sag’s gleich: Wir müssen es schaffen, die Läden in A- und B-Lagen weiter mit Leben zu füllen.
Mit unserem neuen Amt 6, der städtischen Wirtschaftsförderung, sind wir da schon auf einem guten Weg. Es braucht kreative Ideen, gute Netzwerke und Mut, auch mal neue Wege zu gehen. Mit Frau Güll haben wir dafür eine starke Leiterin gefunden.
Ich denk dabei auch an unser Stadtentwicklungskonzept, das ISEK. Das war richtig, das war wichtig – und jetzt müssen wir die Ergebnisse umsetzen und Lohr weiter voranbringen.
Denn Papier allein bringt keine Zukunft, aber der Wille zur Umsetzung schon.
Ich will, dass unsere Innenstadt lebendig bleibt – mit Märkten, Cafés, Geschäften. Aber auch, dass unsere Stadtteile ihre Chancen behalten.
Dass die letzten Gasthäuser nicht schließen, sondern vielleicht durch etwas mehr Tourismus wieder Aufwind kriegen.
Wenn wir – wie die Rhön – Teil eines Biosphärenreservats werden, kann das genau diesen Effekt haben. In der Rhön hat sich die Zahl der Besucher fast verdoppelt, seit sie Biosphärenregion ist.
Das sind vielleicht nur ein paar Menschen am Tag, die zum Wandern, Kaffee trinken oder Mittagessen kommen – aber genau die halten solche Orte am Leben.
Ich spaziere weiter, komme an einer Litfaßsäule vorbei und sehe, was am Wochenende alles los ist: Feuerwehrfest, Musikverein, Jubiläum.
Und ich denk mir: Das ist Lohr! So viel Ehrenamt, so viel Engagement, so viele Menschen, die ihre Freizeit investieren, damit andere etwas erleben können.
Das ist unbezahlbar – und genau deshalb müssen wir sie unterstützen.
Zum Beispiel durch einen Vereinsring, der die Vereine besser vernetzt, gemeinsame Aktionen plant und den Austausch untereinander fördert.
Und wir sollten die Vorteile der Ehrenamtskarte noch sichtbarer machen – als echtes Dankeschön für alle, die sich einsetzen.
Denn wer Ehrenamt stärkt, stärkt das Rückgrat unserer Stadt.
Und wir müssen die freiwilligen Leistungen aufrechterhalten, um unsere Vereine auch weiterhin finanziell zu unterstützen.
Ich geh weiter Richtung ZOB. Da ist jetzt richtig was los – Busse, Schüler, Pendler. Und ich denk mir: Das ist Leben, das ist Bewegung.
Unser ÖPNV muss erhalten bleiben – aber warum nicht auch besser mit dem Tourismus verknüpft werden?
Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir – wie andere Städte auch – eine kleine Kurtaxe einführen. Dafür könnten Gäste dann den Nahverkehr, Schwimmbäder oder Museen vergünstigt oder kostenlos nutzen. Das wäre fair, nachhaltig und würde allen zugutekommen.
Ich steig in den Wombacher Bus, lass mich am Parkdeck raus – praktisch, da muss ich meinen Einkauf nicht schleppen.
Der Bus fährt durchs Industriegebiet, und ich denk mir: Das ist das Rückgrat unserer Stadt.
Hier entstehen Arbeitsplätze, hier kommt Gewerbesteuer her, hier leben viele Familien von dem, was hier erwirtschaftet wird.
Aber wir dürfen uns nicht ausruhen. Die Industrie entwickelt sich – und auch die Anforderungen an uns als Stadt entwickeln sich mit.
Deshalb müssen wir mit allen Playern im engen Kontakt stehen und über das Lohr der Zukunft sprechen – nicht einmal, sondern regelmäßig.
Denn Kommunikation ist in so vielen Bereichen das Wichtigste. Und ein Bürgermeister muss das verinnerlicht haben.
Am Nachmittag spaziere ich nochmal am Jugendzentrum vorbei. Da hör ich Musik, da wird gelacht – und ich denk mir, wie wichtig dieser Ort ist.
Denn da steckt unsere Zukunft drin.
Ich will, dass unsere Jugend nicht nur mitreden darf, sondern mitgestalten kann. Deshalb müssen wir in Lohr Wege finden, echte Jugendbeteiligung zu ermöglichen – damit junge Menschen sagen können, was sie in ihrer Stadt brauchen, statt dass nur andere über sie entscheiden.
Nach den tollen Angeboten im Juze geht’s über die Mainlände, den Skaterplatz und die Stadthalle zurück nach Hause. Alles drei sind wichtige Orte in Lohr – zum Treffen, Verweilen und für kulturelle Angebote.
Ich freue mich, dass wir all diese Orte haben, und dass sie das Leben in unserer Stadt bereichern.
Und so schließt sich der Kreis.
Ich stehe am Abend wieder auf meinem Balkon, die Sonne geht langsam unter, und ich denk mir:
Lohr ist keine perfekte Stadt – aber wir können verdammt nah rankommen.
Und sie ist eine Stadt, für die es sich lohnt, jeden Tag zu arbeiten.
Ich möchte Bürgermeister werden, weil ich glaube, dass wir gemeinsam noch mehr aus dieser Stadt machen können – mit Respekt voreinander, mit Freude am Gestalten, mit guter Kommunikation und mit dem festen Willen, dass Lohr nicht nur schön bleibt, sondern jeden Tag ein Stück besser wird.
Vielen Dank. ❤️